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Blick ins Logistik Herzstück

Bei Sonepar werden täglich Tausende Warenbewegungen gesteuert, Lieferungen koordiniert und Produkte auf den Weg gebracht. Doch was steckt eigentlich hinter diesen Prozessen? Was braucht es, damit Lager, Bestandsplanung und Transport reibungslos zusammenspielen? Christoph Braunsteiner (Bestandsmanagement), Harald Weigl (Zentrallager Sattledt) und Sophia Setzepfandt (Transportmanagement) im Interview über Arbeitsalltag, Herausforderungen, Technologien und das Zusammenspiel hinter den Kulissen.

Ein Interview mit Christoph Braunsteiner

Lieber Christoph, was sind die Aufgaben des Bestandsmanagements?

Die zentralen Aufgaben im Bestandsmanagement sind:

  • Bestandsplanung: Welche Mengen sollen zu welchem Zeitpunkt bestellt werden?
  • Überwachung der Lagerbestände: Was ist bereits vorrätig, wie viel wurde verbraucht und erwarten wir irgendwo Engpässe
  • Bestandsoptimierung: Vermeidung von Überbeständen und gleichzeitige Sicherstellung der Verfügbarkeit
  • Nachschub für die Abholstandorte: Umlagerungen vom Zentrallager in die Abholstandorte in ganz Österreich

Das Bestandsmanagement ist deshalb so wichtig, weil es die Grundlage dafür schafft, dass Produkte zur richtigen Zeit und in der richtigen Menge verfügbar sind.

Was macht die Planung manchmal besonders herausfordernd?

Die Planung wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Besonders herausfordernd sind Markt- und weltwirtschaftliche Entwicklungen sowie schwankende Lieferzeiten. Ein aktuelles Beispiel ist die Knappheit von Öl-Rohstoffen. Dadurch sind Produkte wie Schläuche, Rohre oder Schellen teilweise schwer planbar, was sich wiederum direkt auf die Verfügbarkeit im Zentrallager auswirken kann.

Wie unterstützen digitale Tools und KI eure Arbeit heute schon und was bringt die Zukunft?

Digitale Tools und KI spielen bereits heute eine wichtige Rolle in der Bestandsplanung. Mithilfe digitaler Tools können wir große Mengen an Verbrauchsdaten analysieren um Bestände möglichst genau zu planen. Ein Beispiel dafür ist die KI-gestützte Analyse von Nachfrageschwankungen. Dadurch können saisonale Entwicklungen einzelner Artikel frühzeitig erkannt und in die Planung einbezogen werden. In Zukunft werden KI und digitale Tools eine noch größere Rolle spielen und uns dabei unterstützen, Prozesse stärker zu automatisieren sowie effizienter und präziser zu arbeiten.

Ein Interview mit Harald Weigl

Lieber Harald, wie sieht ein Arbeitstag im Zentrallager Sattledt aus?

Wir öffnen unsere Tore bereits um 04:00 Uhr in der Früh, um die Lieferungen unserer Lieferant:innen entgegenzunehmen und bis 13:00 Uhr dem Lager zuzuführen. Von 11:00 bis 21:00 Uhr kommissionieren wir Waren, die an Transitpunkte in ganz Österreich geschickt werden, damit sie am folgenden Werktag zugestellt werden können. In der Zeit von 21:00 bis 06:00 Uhr werden die Lieferungen für Oberösterreich zusammengestellt und im Anschluss direkt aus Sattledt an unsere Kund:innen ausgeliefert.

Was braucht es, damit täglich tausende Lieferungen reibungslos funktionieren?

Täglich werden rund 2.000 Wareneingangspositionen bearbeitet und rund 10.000 Auftragspositionen für etwa 2.200 Kund:innen ausgeliefert. Das bedeutet, dass wir täglich rund 40 Fahrzeuge – vom Sprinter über LKWs bis hin zu Sattelzügen – im Wareneingang abfertigen. Für die Auslieferung unserer rund 10.000 Auftragspositionen benötigen wir 16 Sattelzüge, um die Ware in alle Bundesländer zu transportieren. Damit das reibungslos funktioniert, braucht es klare und einfache Prozesse, ein motiviertes Team und vor allem guten Zusammenhalt in der Mannschaft.

Welche Herausforderungen begegnen euch im Lageralltag und wie geht ihr als Team damit um?

Unsere tägliche Herausforderung besteht darin, dass wir das Arbeitsaufkommen im Vorfeld nie genau kennen und uns laufend auf neue Situationen einstellen müssen. Mal sind es vermehrte Personalausfälle, mal ein überdurchschnittlich hohes Positionsaufkommen oder auch ein System, das kurzfristig „streikt“. Als Team braucht es hier Flexibilität und gegenseitige Unterstützung.

Welche Innovationen und neuen Technologien verändern die Arbeit im Lager?

Automatisierung ist aus der Logistik heute nicht mehr wegzudenken. Einerseits hilft sie dabei, Prozesse zu vereinfachen und zu beschleunigen, andererseits unterstützt sie uns dabei, die physische Belastung für unsere Mitarbeiter:innen möglichst gering zu halten. Auch unser neues EDV-System bietet viele Möglichkeiten, Prozesse weiter zu optimieren und Arbeitsabläufe zu verbessern.

Ein Interview mit Sophia Setzepfandt

Liebe Sophia, was passiert eigentlich zwischen Bestellung und Zustellung?

Unsere Arbeit beginnt schon vor dem eigentlichen Kund:innenauftrag. Wir steuern Lieferarten und ordnen Kund:innen sowie Regionen den passenden Touren und Transitpunkten zu. Der wirkliche Transportprozess startet dann nach der Kommissionierung und Verladung in Sattledt. Von dort bringen unsere Fernverkehrs-LKWs die Ware zu unseren Transitpunkten in ganz Österreich. Dort wird sie entladen, sortiert und gescannt – vom kleinen Paket bis zur großen Kabeltrommel. Danach wird die Ware auf Zustellfahrzeuge verladen und direkt an unsere Kund:innen oder Niederlassungen ausgeliefert.

Wie schafft ihr es, dass Lieferungen pünktlich und effizient ankommen?

Für die Endauslieferung an täglich rund 2.300 Kund:innenadressen in ganz Österreich sind insgesamt 134 Fahrzeuge im Einsatz. Besonders anspruchsvoll sind dabei unsere Nachttouren, bei denen die Zustellung bereits vor 06:30 Uhr erfolgen muss. Der Schlüssel liegt im Zusammenspiel zwischen Sattledt, den Transitpunkten und unseren digitalen Systemen. Oft liegen weniger als zwölf Stunden zwischen Bestellung und Zustellung. Technologien wie der Autostore oder der Shipment Manager unterstützen uns zusätzlich und sorgen für schnellere Abläufe sowie mehr Transparenz.

Welche Herausforderungen begegnen euch im Transportalltag?

Kein Tag verläuft gleich und oft braucht es kurzfristige Lösungen. Mal läuft alles nach Plan, an anderen Tagen müssen Kund:innenanforderungen oder operative Herausforderungen spontan gelöst werden. Genau diese Abwechslung macht den Transportbereich aber auch spannend und eröffnet laufend Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.

Wie entwickelt sich das Transportmanagement weiter?

Wir arbeiten laufend an neuen Projekten, um Prozesse effizienter und unseren Service noch besser zu machen. Dazu entwickeln wir gemeinsam mit unserem Softwarepartner den Shipment Manager weiter und setzen stärker auf datenbasierte Entscheidungen. Auch E-Mobility gewinnt an Bedeutung. Seit Ende letzten Jahres verbinden zwei elektrische Fernverkehrs-LKWs Sattledt mit dem Transitpunkt Villach. Zusätzlich setzen wir verstärkt auf HVO (hydriertes Pflanzenöl) als alternativen Treibstoff und reduzieren dadurch unsere CO₂-Emissionen.

Christoph Braunsteiner

Leitung Bestandmanagement

Harald Weigl

Leitung Zentrallager Sattledt

Sophia Setzepfandt

Leitung Transportmanagement