PHOENIX CONTACT energy OS

„Analysieren Sie noch oder steuern Sie schon?“

Unter diesem Leitsatz vertreibt PHOENIX CONTACT sein innovatives Energiemanagementsystem, das 2023 mit dem Österreichischen Staatspreis für Digitalisierung ausgezeichnet wurde. Seither bewährt es sich in der Praxis als leistungsstarke Lösung. Das Besondere: Das System geht über reines Energie-Monitoring hinaus und ermöglicht eine aktive Steuerung von Energieflüssen. Ein Interview mit Gerald Stiepan, Market Development Manager E-Mobility, bei Phoenix Contact GmbH über die Möglichkeiten und den Nutzen eines zeitgemäßen Energiemanagements.

Was verstehen Sie unter Energiemanagement?

Leistungen müssen zu einem spezifischen Zeitpunkt, bei minimalem Energieeinsatz, zur Verfügung stehen. Dabei reicht es nicht, nur die technischen Gegebenheiten zu berücksichtigen – auch strukturelle, prozesstechnische, systematische und menschliche Faktoren spielen eine entscheidende Rolle.

Dabei beschränken Sie sich nicht nur auf elektrische Energie?

Richtig. Das Alleinstellungsmerkmal des energy OS Systems ist die lückenlose Einbindung aller transformierbaren Energieformen – von Wärme und Kälte über Gas bis hin zu Solar- und Geothermie. Durch eine ganzheitliche Sektorenkopplung werden Energieformen gemessen, gesteuert und optimal genutzt. Die Umwandlung von Sonneneinstrahlung (Photovoltaik) in ein Wärmespeichersystem von thermisch aktivierter Baumasse (z.B. Fußbodenheizung) ist hier ein gutes Beispiel.

In welchen Bereichen lohnt es sich besonders, auf ein umfassendes Energiemanagement zu setzen?

Wir bieten eine interoperable Lösung sowohl für Neu- als auch Bestandsanlagen. Besonders profitieren Energieversorger, Großunternehmen und Bundesbehörden, die dem Bundes-Energieeffizienzgesetz (EEffG) unterliegen. Doch auch für KMU lohnt sich ein effizientes Energiemanagement – es reduziert Abhängigkeiten von Energieerzeugern, senkt Kosten und unterstützt Klimaziele.  

Welche Hauptkomponenten müssen für ein effizientes Energiemanagement zusammenarbeiten?

Sektorenkopplung bedeutet, dass Verbraucher, Erzeuger sowie Speichermedien integrativ zusammengeschlossen werden. Der Datenaustausch und die Algorithmen basierte Entscheidungsfindung erhöhen den Grad der Automatisierung und der Autarkie. Die Daten aller relevanten Verbraucher müssen ausgewertet werden. Wir unterscheiden in diesem Zusammenhang zwischen Energie- und Lastmanagement, wobei das Lastmanagement einen wesentlichen Bestandteil des Energiemanagements darstellt. Durch die Analyse von Lastgangprofilen können energetische Schwachstellen in Objekten frühzeitig identifiziert und entsprechend behoben werden.

…und was lässt sich nachrüsten?

Aufgrund der Flexibilität und des modularen Aufbaues können im Prinzip alle Funktionen einzelnen betrachtet werden. Ich möchte aber betonen, dass ein Mindestmaß an Konzept vorhanden sein muss. Dennoch ist eine klare Anforderungsdefinition essenziell, um das volle Potenzial des Systems auszuschöpfen.

Der Claim zum SYSTEM energy OS lautet „Energieeffizienz mit Komfort“ – was meinen Sie damit?

Hier sind zwei Arten von Komfort gemeint. Einerseits wird eine einfache und übersichtliche Bedienebene zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig ist es sehr wichtig, dass Energieeffizienz nicht auf Kosten des persönlichen Komforts geht. Das energy OS-System berücksichtigt beide Aspekte. 

Was sollte man bei der Planung und Installation beachten?

  • Frühzeitige Einbindung aller Stakeholder – Kompetenzen müssen klar definiert sein.
  • Interoperabilität – Einzelkomponenten müssen herstellerunabhängig miteinander kommunizieren können.
  • Cybersicherheit – Schnittstellen müssen gemäß der NIS2-Verordnung geprüft werden.
  • Manuelle Vorrangschaltung – Nutzer*innen sollen jederzeit eingreifen können.

Weiterführende Informationen:

Weitere Vorteile von PHOENIX CONTACT energy OS auf einen Blick:

  • Das PHOENIX CONTACT energy OS Es kann mit verschiedenen Geräten – etwa Wallboxen – simultan über Modbus und OCPP kommunizieren.
  • THG Quote: vollautomatisch Berechnung
  • Spotmarkt-Fähigkeit: optimaler Einkauf und Nutzung von Energie
  • CO2-Footprint-Ausweis: Einhaltung der EU Taxonomie
  • Bidirektionale, schnittstellenoffene Kommunikation – für maximale Interoperabilität

Welche Schnittstellen sind möglich?

PHOENIX CONTACT energy OS bietet eine breite Palette an standardisierten Schnittstellen, die kontinuierlich erweitert wird. Gegenwärtig sind folgende Busprotokolle im System standardmäßig integriert:

  • Modbus TCP
  • BACnet/IP
  • MQTT
  • OCPP
  • EnOcean
  • Dali
  • M-Bus
  • KNX
  • SMI
  • SNMP
  • OPC UA/DA/XML
  • Schnittstellen zum Austausch gemäß TOR-Richtlinie (IEC 101/104)

 

Diese Liste wird ständig erweitert.

Weitere Informationen:

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
E-Mail
Ausdrucken