Intelligente Planung für intelligente Lichtsteuerung

Tappt die Lichtbranche im Dunkeln, wenn sich aufgrund der Energiekrise alles auf erneuerbare Energien fokussiert? Nein, sagt Dejan Bunic, Produktmanager der Lichtabteilung von Sonepar. Denn mit der richtigen Steuerung lässt sich beim Licht jede Menge Energie sparen. Doch was muss ein Unternehmen wie Sonepar bieten, um hierbei am Ball zu bleiben? Und welche Vorteile hat es, als Elektrogroßhändler die Planung selbst zu übernehmen, die früher die Lieferant:innen gemacht haben? Darüber sprach Dejan Bunic im Interview mit dem i-Magazin.

Interview: Thomas Graf-Backhausen
Text: Oliver Kube

Auf Unternehmen aller Branchen lastet angesichts der aktuellen Situation ein enormer Druck, Energie einzusparen. Eine Möglichkeit dazu bietet sich beim Licht, etwa durch intelligente Lichtsteuerung. Was bedeutet das für Großhändler:innen in der Lichtbranche? Das haben wir Dejan Bunic gefragt, den Produktmanager der Lichtabteilung bei Sonepar Österreich. In den vergangenen Jahren hat er im Unternehmen die Planungsabteilung aufgebaut und berichtet im Interview, welche Vorteile es bringt, die allermeisten Planungen selbst zu machen – und welchen Herausforderungen er sich zu Beginn stellen musste.

Herr Bunic, was genau machen Sie bei Sonepar und wie lange sind Sie schon dabei?

Bunic: Aktuell bin ich Produktmanager der Lichtabteilung. Bei Sonepar begonnen habe ich im August 2018 als Planer. Meine erste Aufgabe damals war es, die Planungsabteilung überhaupt erst aufzubauen. Früher hat es so was nicht gegeben, das haben alles die Lieferant:innen gemacht. René Gumpold, mein Vorgänger als PM Licht, hat mich damals zu Sonepar geholt. Zuvor war ich bei Molto Luce beschäftigt, das ist eine:r unserer Lieferant:innen.

Wie war das für Sie, direkt als »Neuling« eine neue Abteilung aufzubauen?

Bunic: Am Anfang war das gar nicht so einfach. Für mich war es eine neue Aufgabe, für Sonepar war es auch etwas Neues. Es hat eine Zeit lang gedauert, das notwendige Vertrauen aufzubauen und Struktur reinzubringen. Gleichzeitig war es für mich auch eine große Chance, direkt Verantwortung zu übernehmen, mich zu beweisen und zu zeigen, dass die Planung nicht nur für Industriebetriebe, sondern auch für eine:n Großhändler:in funktionieren kann. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten bekam ich immer öfter positives Feedback – und noch innerhalb des ersten Jahres eine:n zweite:n Planer:in. Mittlerweile erledigen wir 90 Prozent der Planungen selbst.

Das sah früher anders aus: Da schickte ein:e Elektriker:in eine Anfrage an drei Großhändler und die wiederum an je fünf Lieferant:innen. Da gab es dann 15 Planungen für ein einzelnes Projekt – hunderte Arbeitsstunden waren beim Teufel …

Bunic: Genau so etwas vermeiden wir, indem wir alles selbst machen. Wir planen sowohl die Kommunalbeleuchtung als auch die Innenbeleuchtung. Dafür haben wir fünf zertifizierte Lichttechniker:innen im Haus, die verschiedene Regionen Österreichs unter sich aufteilen. Das ermöglicht kurze Anfahrtswege und sie können sich direkt vor Ort um Kund:innen und Projekte kümmern.

Mittlerweile übernimmt Sonepar Österreich 90 Prozent der Planungen selbst. Das erhöht für das Unternehmen auch den Respekt und die Wertschätzung der Liferant:innen.

Was kann man als Sonepar-Kund:in im Bereich Licht an Planung und Unterstützung erwarten?

Bunic: Das kommt natürlich ganz auf die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen der Kund:innen an. Auf alle Fälle ist die Planung normgerecht – da lege ich großen Wert darauf, dass korrekt geplant und gearbeitet wird. Wir gehen alle wesentlichen und wichtigen Punkte Schritt für Schritt mit den Kund:innen durch. Am Ende bekommen sie ein gutes Produkt für einen guten Preis.

Wie haben die Lieferant:innen darauf reagiert, dass Sonepar die Planung nun selbst macht?

Bunic: Natürlich ist ihnen das bald aufgefallen, dass die Zahl der Fremdplanungen zurückgegangen sind. Manche haben uns dann gefragt, was los ist und ob wir denn keine Unterstützung durch die Lieferant:innen mehr brauchen. Das wäre aber ein Trugschluss: Auch wenn wir die Planung selbst machen, sind unsere Lieferant:innen nach wie vor wichtige Partner, die uns unterstützen können und sollen. Tatsächlich funktioniert die Zusammenarbeit dadurch besser, weil wir stärker als zuvor auf Augenhöhe miteinander kommunizieren können. Wenn der:die Lieferant:in merkt, dass ich mich auskenne und weiß, was ich will, bringt mir das ein Plus an Respekt und Wertschätzung ein.

Kommen wir zu einem brandaktuellen Thema: Alle Unternehmen stehen derzeit unter Druck, CO2 einzusparen. Eine sehr leichte Möglichkeit ist es, die eigene Ökobilanz übers Licht zu verbessern. Bietet die Lichtabteilung von Sonepar diesen Mehrwert an?

Bunic: Auf Wunsch der Kund:innen: ja. Unsere Kund:innen kommen überwiegend aus der Industrie. Im Kommunalbereich sind ökologische Aspekte durchaus gefragt, bei der Innenbeleuchtung weniger. In einer großen Industriehalle wollen Kund:innen oft einfach gutes Licht. Dennoch konzentriere ich mich verstärkt darauf, die Lichtsteuerung mit einzubinden, etwa durch Bewegungsmelder oder andere Features. Dabei steht die Ersparnis für die Kund:innen selbst jedoch stärker im Fokus als die Umwelt.

„Gerade für Gemeinden besteht ein riesiger Bedarf, Energiekosten einzusparen – und die Investitionen ins Energiesparen zahlen sich schon in relativ kurzer Zeit aus“, sagt Dejan Bunic über das Potenzial intelligenter Lichtsteuerung auf dem Markt.

Dennoch ist die Forderung allgegenwärtig: in der Politik, in den Medien. Damit ist auch die Forderung verbunden, das Licht auszuschalten oder ausschalten zu können, ob es um Auslagen geht, um Einkaufszentren oder um Plakatwände. Die Steuerung haben Sie ja schon angesprochen. In Zukunft wird vermutlich kein Licht ohne Steuerung mehr verkauft werden können.

Bunic: Absolut! Deshalb steht die Lichtsteuerung verstärkt im Fokus. Ich versuche, das Thema intelligente Lichtsteuerung in unsere Projekte zu integrieren. Dafür stehe ich auch in enger Verbindung mit anderen Abteilungen. Hierbei ist es wieder ein Vorteil, dass wir die Planung selbst machen.

Beim Thema intelligente Lichtsteuerung geht es nicht nur um neue Projekte, sondern auch ums Nachrüsten, also alte Lichtanlagen intelligent steuerbar zu machen. Haben Sie dafür auch etwas im Angebot?

Bunic: Ich bin derzeit dabei, einen Katalog mit dem Titel »Licht steuern leicht gemacht« zu erstellen. Darin wird es genau um diese Punkte gehen: Licht steuern mit Apps, mit KNX, mit allen möglichen Systemen, die es auf dem Markt gibt. Dafür strebe ich eine enge Zusammenarbeit mit unseren besten Lieferant:innen an, um deren Know-how gleich mit einzubinden und so einen hochwertigen, informativen Katalog bieten zu können, der auf die aktuelle Situation zugeschnitten ist.

Nun zu einer möglicherweise unangenehmen Frage, weil sie den Umsatz betrifft: Was glauben Sie, wie das Thema Weihnachtsbeleuchtung dieses Jahr umsatztechnisch ausschauen wird angesichts der aktuellen Situation

Bunic: Die Weihnachtsbeleuchtung gehört nicht zu unserem Kerngeschäft, der Großhandel ist da prinzipiell eher schwach vertreten. Das läuft sehr stark über die Baumärkte. Deshalb glaube ich, dass uns das Thema nur am Rande betrifft. Allgemein vermute ich, dass die Weihnachtsbeleuchtung dieses Jahr zwar zurückgeht, aber prinzipiell als Tradition erhalten bleiben wird. Einen Weihnachtskatalog bringen wir natürlich trotzdem raus.

Wo sehen Sie das Zukunftspotenzial der Lichtbranche? Für Sie als Sonepar und für Sie persönlich als Leiter der Lichtabteilung?

Bunic: Momentan fokussiert sich alles auf erneuerbare Energien. Da ist es wichtig, dass wir den Lichtbereich, der ja Teil unseres Kerngeschäfts ist, nicht vergessen. Damit dieser Bereich auf dem Markt auch weiterhin bestehen kann, gebe ich noch mehr Gas in Richtung intelligente Lichtsteuerung. Gerade für Gemeinden besteht ein riesiger Bedarf, Energiekosten einzusparen – und die Investitionen ins Energiesparen zahlen sich schon in relativ kurzer Zeit aus. Wenn wir da am Ball bleiben, ist das Potenzial riesig.

Vielen Dank für das Gespräch!

 © i-Magazin

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